„Seit 3 Jahrhunderten verboten und verfemt – zum ersten Mal verfilmt“ schreit es reißerisch auf dem Filmplakat dieses Nunsploitation-Streifens von Jess Franco, der sich des Titels der ihrerzeit skandalösen Briefesammlung der Nonne Soror Mariana Alcoforado bedient.
Pater Vinzenz (William Berger) ertappt die 16-jährige Marie
(äußert freizügig gespielt von der tatsächlich 16-jährigen und späteren
Hardcore-Darstellerin Susan Hemingway) mit ihrem Verehrer Cristóbal beim harmlos-näckischen
Spiel im Wald. Der Kirchenvertreter findet Gefallen an dem in seinen Augen
höchst unkeuschen Mädchen. Er wirft ihrer Mutter schlechte Erziehung vor und
sieht nur eine einzige Rettung für das Seelenheil des Kindes: in seiner Obhut
als Herr und Zuchtmeister nimmt er sie als Novizin mit in ein Kloster. Er
übergibt das Mädchen der Ordens-Oberin Alma (Ana Zanatti), die sofort eine
Leibesvisitation an dem Mädchen vornimmt, um sich ihres unberührten Hymens zu
vergewissern. Denn nur Jungfrauen dürfen in dem Orden aufgenommen werden. Bereits
bei diesem ersten sexuellen Übergriff wird deutlich, dass der geheimnisvolle
Konvent mit Gott und Kirche wenig zu tun hat. In Wahrheit werden hier im Namen
Satans Sexorgien gefeiert und Mädchen gefoltert.
WEIRD 98% | WONDERFUL 2%
Weird moment #1
Pater Vinzenz wird von Alma, die sich als „Hohe Priesterin“
bezeichnen lässt, beauftragt, sich ein Urteil über Maries sündigen Körper zu
bilden. Dazu führt er sie in den Beichtstuhl, wo er sie über ihre bisherigen
Erfahrungen in Liebesdingen ausfragt. Von ihren Erzählungen höchst erregt,
beginnt der Pater im Sichtschutz der vergitterten Beichtwand sich selbst zu befriedigen.
Er fordert das Mädchen auf, kein schmutziges Detail auszulassen. Das Stöhnen
des Zuchtmeisters dringt bis ins Kirchenschiff, wo die Hohe Priesterin gerade
Messe feiert. Die Novizinnen kichern und drehen sich neugierig um, als Pater
Vinzenz hörbar zum Orgasmus kommt. Körperlich befriedigt kann er nun sein
Urteil fällen. Er nimmt Marie das Sündenbekenntnis ab, segnet sie und verordnet
ihrem Körper Züchtigung durch Geißeln und Dornen.
Weird moment #2
Als Marie hinter das Interesse an ihrer Jungfräulichkeit
kommt, ist es bereits zu spät. In einer okkulten Zeremonie, in der die Hohe
Priesterin zur Buhlerin des Satans aufsteigen will, soll sie mit dem
Höllenvater vermählt werden. Damit das Mädchen von nun an und für Ewigkeit ihm
allein gehört, muss es ihm ihre Jungfräulichkeit opfern. „Kniet nieder und
erweist dem erlauchtesten aller Lüstlinge eure Reverenz, Schwestern. Auf dass
er euch mit Sinnenlust erfülle und mit geilen Wünschen.“ Mit diesen Worten
bereitet Pater Vinzenz dem Teufel (verkörpert von Herbert Fux mit diabolischen
Grimassen und angeklebtem Gummihorn an der Stirn) einen gebührenden Empfang. Um
sich zu nehmen, was ihm seit Anbeginn gehöre, postiert sich der Höllenfürst
hinter dem auf einer Bühne festgehaltenen Mädchen. Er ermächtigt sich mit
seinen behaarten Teufelsfingern ihres Hinterns und nimmt ihr die
Jungfräulichkeit. Die ringsherum versammelten Nonnen fallen ihn ekstatische
Erregung und die Hohe Priesterin fleht darum endlich zu Lilith, Priesterin des
Teufels, zu werden. Die Gebetsschwestern reißen sich die Kleider vom Leib und
lassen die Zeremonie in eine hemmungslose lesbische Sexorgie münden.
Most wonderful moment
Obwohl es inhaltlich alles andere als wundervoll ist, wenn
ein Pater eine Schutzbefohlene zu sexuellen Handlungen zwingt, lässt sich die
entsprechende Szene formal betrachtet als „most wonderful moment“ des Films bezeichnen,
da Jess Franco hier beweist, dass er mehr Gespür für filmisches Erzählen hat,
als es ihm diejenigen zutrauen, die ihn lediglich als Schmuddelfilmer
aburteilen. Wir sehen Jess Franco lieber als auteur mit eigener Handschrift und schließen uns Christoph Twickel an,
der Jess Franco als „eine Art Fassbinder des B-Films“ bezeichnet.
(c) DVD-Screenshots: Ascot Elite

















































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