Sonntag, 26. April 2015

ZINDA LAASH | Dracula in Pakistan | Khwaja Sarfraz | Pakistan/USA 1967



Soviel sei vorab gesagt: Wir haben es bei DRACULA IN PAKISTAN mit dem ersten pakistanischen Film zu tun, der ein X-Rating bekommen hat. Beinahe wäre er seinerzeit selbst für Erwachsene verboten worden, da die Zensoren den Film zu vulgär fanden. In den pakistanischen Kinos wurde daher zunächst nur eine zensierte Version gezeigt, in der alle Tanzsequenzen herausgeschnitten waren, da die Zensoren der Meinung waren, dass die Frauen zu sehr in einer sexuell aufreizenden Weise dargestellt wurden. Das muss damals ein ganz schön kurzes Filmvergnügen gewesen sein, da die Tanznummern gefühlt 50% des Films ausmachen, allerdings ohne einen merklichen Beitrag für die Handlung zu leisten. In den anderen 50% erzählt der Film eine Horrorgeschichte, die – laut Eigenaussage – „adopted from the novel by Bram Stoker“, aber auch munter aus dem Film HORROR OF DRACULA der berühmten Hammer-Studios zusammengeklaut ist. 


© DVD-Screenshot: Another World Entertainment

Mit unübersehbarer Ähnlichkeit zum Vorbild Christopher Lee schlüpft für die Pakistani der Schauspieler Rehan in die Rolle des Dracula bzw. in die des Professor Tabani. Dieser glaubt, ein Elixier gegen den Tod entwickelt zu haben und probiert sein Gebräu in einem mutigen Selbstversuch. Die Wirkung verläuft nicht ganz nach seinen Vorstellungen: Er stirbt. Seine Assistentin findet die Leiche und begräbt sie in der hauseigenen Krypta. Doch dort hält es den toten Professor nicht lange. Er erhebt sich aus seinem Grab und beißt sich im Hals seiner Assistentin fest. Als blutdurstiger Vampir macht er auch seinen Gast Dr. Aqil Harker mit einem Biss zu Seinesgleichen. Jetzt liegt es an dessen Bruder, die Menschheit vor dem Blutsauger zu retten. Der Film kulminiert in einer choreografierten Kampfszene à la Bud Spencer zwischen Mensch und Vampir.  

Damit im Film nicht zu viel Blut gesaugt wird, blendet der Film immer rechtzeitig ab, bevor Vampirzähne in Hälse eindringen: Umschnitt auf fröhlich singende Tänzerinnen. Wenn sich Spannung oder Grusel anbahnt, verhindert es die Tonspur mit einer pakistanischen Instrumentalversion von "La Cucaracha". Trotz allem war der Film 1967 angeblich so furchteinflößend, dass eine Frau im Kinosaal einen Herzinfarkt erlitt.

Wer den lasziven Tanz durchsteht, wird mit einer Begegnung mit dem pakistanischen Fürsten der Finsternis belohnt:



Zum Abschluss noch der Ohrwurm, der sich wie Vampirzähne in eurem Gehörgang festbeißen wird:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen