Samstag, 25. April 2015

Blog-Parade: Überfällige Buchverfilmungen


Wir freuen und bedanken uns, dass die Kollegen von Duoscope – Der etwas andere Filmblog uns für die Blog-Parade zum Thema "Überfällige Buchverfilmungen" nominiert haben. Das trifft sich gut. Es gibt ja ausreichend skurrile und bescheuerte Bücher, die verfilmt werden wollen. Kaum erwarten können wir die Verfilmung von Pride and Prejudice and Zombies. Ein Mash-Up aus klassischem Jane Austen-Roman und modernem Zombiegenre: das ideale Futter für einen Weird and Wonderful Movie. Daher sind wir freudig erregt und gespannt, wie Regisseur Burr Steers das Ganze umsetzen wird. 2016 soll seine filmische Version ins Kino kommen. Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass weitere Quirk Classics wie Sense and Sensibility and Sea Monsters oder Android Karenina den Weg auf die Leinwand finden werden. 

Wir fragen uns allerdings, warum so viele Bücher von Haruki Murakami bisher unverfilmt geblieben sind. Mit NORWEGIAN WOOD (NAOKOS LÄCHELN) kam 2010 endlich mal eine ernstzunehmende Adaption eines Murakami-Romans auf die Leinwand, bis dahin waren lediglich ein paar seiner Kurzgeschichten in Low-Budget-Produktionen oder Kurzfilmchen verbraten worden. Ein anderer Autor, dessen surrealistische Plots und wirre Figurenkonstellationen bisher die Regisseurwelt scheinbar abgeschreckt haben, ist Italo Calvino. Wir finden: Diese beiden Autoren des Weird and Wonderful Writings gehören hochkarätig besetzt auf die Leinwand.


UMIBE NO KAFUKA (Kafka am Strand, Haruki Murakami, 2002)

Neben dem absolut überfälligen Film Gefährliche Geliebte nach Murakamis Bestseller wünschen wir uns als Liebhaber des Absurden und Skurrilen natürlich am meisten eine Verfilmung von Kafka am Strand. Das Buch erzählt parallel von zwei Protagonisten, von denen der eine in genauso bescheuerte Ereignisse verwickelt ist wie der andere. Der 12-Jährige Kafka Tamura flieht vor seinem Vater, weil ihm geweissagt wurde, dass er mit einem ödipalen Fluch belegt sei. Er macht sich auf die Suche nach seiner Mutter und Schwester und wie das endet, kann man sich bereits denken. 
Der zweite Protagonist Satoru Nakata hat durch einen ominösen Lichtstrahl sein Gedächtnis und seine Fähigkeit zu höheren Intelligenzleistungen verloren, kann aber dafür nun mit Katzen sprechen. Weitere Figuren sind der Katzenmörder Johnnie Walker, ein Transgender-Bibliothekar und eine Horde Katzen. Unter der Regie von Alejandro Jodorowski stellen wir uns das Ganze wie eine Mischung aus SANTA SANGRE und LA DANZA DE LA REALIDAD vor.





IL BARONE RAMPANTE (Der Baron auf den Bäumen, Italo Calvino, 1957)

Der jugendliche Baron Cosimo klettert aus Überdruss an der aristokratischen Gesellschaft auf eine alte Eiche und betritt bis zu seinem Tod den Boden nicht mehr. Im Laufe seines Lebens muss er nicht nur lernen, seine Notdurft auf Bäumen zu verrichten und von A nach B zu hangeln. Er erlebt auch ein amouröses Abenteuer und bekommt einige höchst wichtige geschichtliche Umwälzungen mit. Unter anderem schreibt er philosophische Briefe an die intellektuellen Köpfe Europas, unterhält sich mit Napoleon und zettelt einen Steueraufstand an. Dass dieses fantastisch-absurde Meisterwerk noch niemand bisher verfilmen wollte, ist äußert merkwürdig. Im Grunde ist der Baron ein durch die Bäume kletternder Forrest Gump des 18. Jahrhunderts, der aus der Vogelperspektive in das Weltgeschehen eingreift. Feinster Filmstoff. Unter der Regie von Woody Allen und seiner aktuellen Vorliebe für Europa könnte daraus eine Art MIDNIGHT IN PARIS in Baumkronen werden.

Es gibt sicher noch Hunderte toller Bücher, die ins Kino sollten. Was meint ihr, Kollegen? Wir nominieren: Film ManiaxDeutsche Filmstars der 60er,70er,80er und Filmfraß.

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