Dienstag, 13. Januar 2015

LA MORTE VIVANTE | The Living Dead Girl | Jean Rollin | Frankreich 1982

Durch ein Erdbeben werden in der Gruft der kürzlich verstorbenen Catherine Valmont (Françoise Blanchard) giftige Dämpfe freigesetzt, die die Dame wieder zum Leben erwecken. Als Untote wandelt sie in das Schloss, in dem sie einst lebte, und muss feststellen, dass sie an einem ungeheuren Blutdurst leidet. Diesen stillt sie umgehend an der Maklerin, die das Schloss verkaufen will, und deren Liebhaber.
Wenig später findet Catherines Jugendfreundin Hélène (Marina Pierro) ihre Blutsschwester apathisch herumwandernd im Schloss. Sie kann kaum sprechen und sich nur bruchstückhaft an ihre Vergangenheit erinnern. Hélène, die ihrer Freundin einst schwor, ihr in den Tod zu folgen, nimmt sich ihrer an und beseitigt die blutigen Spuren. Um den Blutdurst ihrer Freundin zu stillen, lockt sie Unbekannte aufs Schloss, bis sich Catherine eines Tages weigert, ihr bereitgestelltes Opfer zu ermorden. 

WEIRD 93% | WONDERFUL 7%




Weird moment #1
Anders als andere Vampire tötet Catherine nicht durch einen läppischen Biss in den Hals. Ihre Methode ist viel eindrucksvoller. Mit ihren spitzen langen Nägeln des Zeige- und des Mittelfingers durchstößt sie gekonnt die Halsschlagader, bis daraus so viel Blut quillt, dass sie bequem davon trinken kann. Ihre ersten beiden Opfer sind ein Liebespaar, das sich nachts im verlassenen Schloss vergnügen will. Innerhalb kürzester Zeit spritzt das Blut des Liebhabers auf die entblößte und entsetzte Maklerin, die kurz darauf ebenfalls von den schnellen Fingern Catherines niedergestreckt wird.



Weird moment #2
Hélène gibt sich die allergrößte Mühe, Catherines qualvollen Blutdurst zu verringern. Aber die weiße Taube, die sie ihr aus dem zum Schloss gehörigen Turm einfängt und Catherine in die Hand drückt, ist ein sehr dürftiges Mahl, verglichen mit den Blutmorden, die die Vampirin bisher zu ihrer Befriedigung begehen musste. Kraftlos schüttelt Catherine den Kopf, lässt das Täubchen fallen und schlägt die Hände vor ihr Gesicht. Und Hélène wird klar: Es muss ein menschliches Opfer her.



Most wonderful moment
Catherine hat das Leben als mordende Untote satt und will sich im Schlossteich ertränken. Die Wiese vor dem Teich ist wie eine Theaterbühne ausgeleuchtet und lediglich ein kleines Boot, ein alter Turm und die weiß gekleidete, hell angeleuchtete Vampirfrau sind zu sehen. Als Ausgleich zu den grausamen Mordtaten Catherines wirkt das Bild fast kitschig. Langsam steigt die weiße Frau in den schwarzen Teich und wird gewissermaßen von dem Dunkel verschluckt. Doch Hélène eilt herbei, fährt aufs Wasser und zieht die leblose Catherine zu sich ins Boot. Die beiden bleichen und engelsgleichen Frauen vor dem schwarzen Wasser sind auch während dieser Rettungsszene theaterhaft in Szene gesetzt.

(c) DVD Screenshots: RSR Multimedia




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