Sonntag, 21. Dezember 2014

DAI-NIHONJIN | Dainipponjin | Hitoshi Matsumoto | Japan 2007


Der tragische Held dieser Mockumentary ist der allein und in ärmlichen Verhältnissen lebende Masaru Daisatô (Hitoshi Matsumoto). Wie bereits sein Vater und dessen Vater vor ihm besitzt sein Körper die Eigenschaft auf die hundertfache Größe heranzuwachsen, wenn er Hochspannungsstößen ausgesetzt wird. Dank dieser Fähigkeit ‚arbeitet’ er in dritter Generation für das Verteidigungsministerium als Dai-Nihonjin (jap. für großer Japaner). Sein Job ist es, sein Land vor Angriffen wütender Riesenmonster zu schützen. Die Monsterkämpfe werden im TV übertragen. Doch nicht alle Japaner sind Fans des großen Japaners und auch er selbst ist oft nicht glücklich über seine geerbte Bürde. Schließlich hat ihm sein verantwortungsvoller Job die Trennung von Frau und Kind eingebracht. Ein Journalistenteam verfolgt den Weltenretter auf Schritt und Tritt mit einer Kamera – aus deren Perspektive die Zuschauer den Film verfolgen –, um den Menschen hinter dem Superhelden kennenzulernen.

WEIRD 99% | WONDERFUL 1%




Weird moment #1
Matsumoto, der hier nicht nur Regie führt und die Hauptrolle spielt, sondern auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat, füllt in seiner Parodie auf japanische Monster- und amerikanische Superheldenfilme augenzwinkernd eine Ungereimtheit, die den ähnlich gelagerten Comics/Verfilmungen der Marvel-Reihe THE INCREDIBLE HULK gerne amüsiert vorgeworfen wird: Während Bruce Banners Hemden bei seinen Transformationen zum grünen Riesen stets platzen und vom Körper fallen, scheint seine Hose mitzuwachsen. Der große Japaner verwandelt sich viel logischer und kontrollierter. Seine kräfteraubenden Transformationen werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf abgeschiedenem Militärgelände von Wissenschaftlern durchgeführt. Nach einer feierlichen Zeremonie durch einen Priester, bei dem Geister dem Japaner ihre Kräfte schenken, wird eine überdimensionale und (in offensichtlicher Anspielung auf HULK) lilafarbene Unterhose aufgespannt. Masaru stellt sich nackt und an Elektroden angeschlossen in das riesige Wäschestück. Sobald sein Körper unter Strom gesetzt wird, wächst er in die Unterhose hinein, bis sie passt. Jetzt ist er einsatzbereit für seinen nächsten Kampf.




Weird moment #2
Nachdem er bereits das Schlingenmonster, das Springmonster und das Stinkmonster besiegt hat, taucht ein unbekanntes rotes teufelähnliches Wesen auf. Es kommt zu einem Kampf, den Masaru nicht überlebt. Während Masarus letzten Lebensminuten wird der Film ins Weiß ausgeblendet. Es erscheint eine Titelkarte, die den Zuschauer darauf vorbereitet, dass jetzt (nur wenige Minuten vor Filmende) die Realverfilmung beginnt. Eine Superheldenfamilie – bestehend aus American Hero Super Justice, Super Justice’s Vater, der Mutter ‚Stay With Me’, der Schwester ‚Don’t Touch Me’ und dem Baby ‚Be My Baby’ – übernimmt für den großen Japaner den Endkampf mit dem roten Monster. Die Familie, deren Kostüme offensichtlich auf den Superhelden Ultraman aus der japanischen Sci-Fi Serie Urutoraman: Kûsô tokusatsu shirîzu (1966-1967) anspielen, greift zur Geheimwaffe: dem Baby. Die Schwester setzt den Superheldensäugling auf den Boden, der Vater nimmt Anlauf und schießt das Kleinkind wie bei einem Freistoß in die Luft. Der Pass erreicht die Mutter, die das Baby per Kopfstoß an Super Justice abspielt. Dieser nimmt das Kleinkind gekonnt aus der Luft an und schießt es dem roten Monster gezielt ins Gesicht, sodass es zu Boden fällt. Endgültig bezwingen können sie das Monster jedoch erst im zweiten Anlauf mit einem gemeinsam erzeugten Kraftstrahl, der das Monster explodieren lässt.


(c) DVD-Screenshots: Rapid Eye Movies


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