Donnerstag, 25. Dezember 2014

A CHRISTMAS STORY | Fröhliche Weihnachten | Bob Clark | USA 1983


Der 9-jährige Ralphie (Peter Billingsley) weiß genau, welches Geschenk er sich von seinen Eltern zu Weihnachten wünscht: eine Red Rider 200 Shot Range Model Air Rifle. Während er das Gewehr wie ein Waffenfetischist vor dem Schaufenster des Kaufhauses anschmachtet, halten seine Eltern ein Schießeisen zu Weihnachten für keine gute Idee. Luftgewehre  seien gefährlich, man könne sich damit sein Auge ausschießen, behaupten sie. Dieser Meinung sind auch seine Lehrerin und sogar der Kaufhaus-Weihnachtsmann. Der Junge befürchtet, dass alle Kinder außer ihm dieses Jahr zu Weihnachten bekommen werden, was sie sich wünschen. Als hätte Ralphie es nicht schon schwer genug, verschlechtern sich seine Chancen auf Erfüllung des Wunsches auch noch erheblich, nachdem ihm in Gegenwart seines Vaters das F-Wort herausrutscht.

WEIRD 85% | WONDERFUL 15%




Weird moment #1
Ralphies Vater ist überglücklich, als er die Nachricht bekommt, einen der Hauptpreise bei einem Kreuzworträtsel gewonnen zu haben. Die Familie bekommt eine riesige Holzkiste mit der Aufschrift fragile ins Haus geliefert. Mit dem Inhalt hat selbst der Vater nicht gerechnet. Sorgfältig verpackt unter Stroh findet er ein... Frauenbein aus Glas mit Netzstrumpfhose und hohem Schuh. Der Vater kann sein Glück nicht fassen, als er auch noch den dazugehörigen Lampenschirm im Stroh findet. Die Leuchte muss sofort angeschlossen und ins Fenster gestellt werden, damit die ganze Nachbarschaft seinen Hauptgewinn sieht. Der Vater ist zufrieden, die Mutter versteht diese Geschmacklosigkeit als persönlichen Angriff und der kleine Ralphie fühlt sich von der Lampe erotisch angezogen und verspürt den Drang, das wohlgeformte Frauenbein – in seinen Augen „electric sex, glooming in the window“ – ständig anzufassen.



Weird moment #2
Ralphies Schulaufsatz zum Thema Was ich mir zu Weihnachten wünsche gerät zu einer Ode an das Luftgewehr. Seine ganze Liebe und Verehrung für dieses Kriegsspielzeug hat Ralphie auf einer halben DIN-A5-Seite in bedacht ausformulierte Worte gehüllt. In seinen Augen kann die Lehrerin gar nicht anders, als dieses prosaische Meisterstück mit der Bestnote zu bewerten. Doch für sie reicht sein Text nur für eine C+. Enttäuscht und fassungslos schaut er zur Tafel. Dort erscheint ihm seine Lehrerin als die grüne Hexe aus THE WIZARD OF OZ. Er bemerkt in seinem Heft ihren pädagogischen Vermerk, dass er sich noch ein Auge ausschießen werde. Jetzt erscheint ihm seine Mutter in Gestalt eines Harlekins neben der Hexe. Gemeinsam lachen ihn die beiden Frauen schallend aus.


Weird moment #3
Absolutes Highlight bei der Bescherung ist jedes Jahr das Geschenk von Tante Klara. Bei der Wahl ihrer Präsente geht sie stets davon aus, dass Ralphie vier Jahre alt und ein Mädchen ist. Dieses Jahr hat sich Tante Klara selbst übertroffen: ein rosafarbenes, flauschiges Hasenkostüm. Auf Drängen der Mutter muss Ralphie es direkt und vor der ganzen Familie anprobieren. Als sich der Junge umgezogen auf der Treppe präsentiert, findet seine Mutter den Anblick tatsächlich süß. Der Vater hingegen bringt es auf den Punkt. Für ihn sieht Ralphie aus wie ein „deranged easterbunny“ in einem „pink nightmare“.



Most wonderful moment
Seine Eltern wollen den Mehrwert einer Waffe im Haus nicht erkennen. Sie verstehen nicht, dass sie Ralphie ewig dankbar dafür sein würden, wenn er sie eines Tages vor Einbrechern schützen müsste. In einem Tagtraum malt er sich aus, wie er mit seinem Luftgewehr und in funkelndem Cowboy-Outfit die Fronten zwischen dem Bösen und seiner Familie klärt. Wie in einem Cartoon erklimmen Einbrecher im Zeitraffer den Vorgarten des Hauses. Ralphie verschanzt sich mit seinem Gewehr im Fenster und schießt einen Eindringling nach dem anderen über den Haufen.

(c) DVD-Screenshots: Warner Bros.




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