Montag, 15. September 2014

LA MARIÉE ÉTAIT EN NOIR | Die Braut trug schwarz | François Truffaut | Frankreich/Italien 1968


Julie Kohler (Jeanne Moreau) verlor die Liebe ihres Lebens am Tag ihrer Hochzeit. Als die frisch Vermählten aus der Kirche heraustraten, wurde ihr Ehemann von einem Unbekannten erschossen. Angetrieben von Rache und den Alpträumen, die sie die Tragödie immer und immer wieder durchleben lassen, verbrachte die Witwe einige Jahre damit, den Mörder ihres Mannes zu stellen. Als sie herausfindet, dass insgesamt fünf Männer an der Erschießung des Mannes beteiligt waren, schreibt sie eine Todesliste. Als namenlose Rächerin arbeitet sie – ganz in Schwarz gekleidet – die Liste ab, indem sie den Männern nacheinander einen tödlichen Besuch abstattet.


WEIRD 20% | WONDERFUL 80%



Weirdest moment
Unter den fünf Männern befindet sich auch Künstler Fergus (Charles Denner). Um in seine Nähe zu gelangen, stellt Julie sich als Modell zur Verfügung. Als sie sich im Bad des Malers umzieht, irritiert sie der Boden unter ihren nackten Füßen. Der Badvorleger besteht aus aneinandergereihten Gummibrüsten mit Anti-Rutsch-Nippeln. In einer unverhohlenen Kritik an den Auswüchsen von Produktdesign gesteht der Junggeselle, dass er den „Gummibusen vom Meter“ von einem Freund geschenkt bekommen habe, der mit dieser Erfindung in Großproduktion gegangen und leider darauf sitzen geblieben sei.




Most wonderful moment
Mit Köcher, Pfeil und Bogen steht Julie dem Maler als Jagdgöttin Diana Modell. In einer sinnlichen Montage zeigt Truffaut den Künstler beim zärtlichen Einrichten seines Modells. Zwischenschnitte auf Fergus‘ zarte Zeichnungen runden die Sequenz ab. Noch ahnt er nicht, dass er seine Mörderin selbst in die Position bringt, aus der sie den tödlichen Pfeil auf ihn richten wird.


(c) DVD-Screenshots: Pierrot Le Fou

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